Balkon Solar, wie funktioniert es
Wie kommt der Strom in mein Haus, und wie kann ich ihn optimal nutzen ?
Wo kommt der Strom her ?
Sobald Sonnenstrahlen auf die Solar Module fallen, produzieren diese Gleichstrom. In der Regel pro Platte 32 Volt. Ohne Sonne kein Strom, die optimale Leistung erreichen die Module nur, bei wolkenfreien Himmel.
Gleichstrom > Wechselstrom
Damit wir den Strom zu Hause nutzen können, muss dieser Gleichstrom noch in Wechselstrom umgewandelt werden. Das macht der Wechselrichter, die graue Box in dem Bild. Von jedem Modul gehen 2 Kabel zum Gleichrichter. Plus und Minus, also die Positive und die Negative Spannung. Der Wechselrichter ist quasi ein kleiner Stromversorger, wie die Zuleitung von ihrem Netzbetreiber
2 Stromquellen wie geht das ?

Es ist richtig, sobald sie ein Balkonkraftwerk angeschlossen haben, wird ihr Haus / Wohnung von 2 Stromquellen versorgt. Da Strom aber bekanntlich faul ist, und er den weg des geringsten Widerstandes geht, entscheidet er sich, den Strom zu nutzen, den das Balkonkraftwerk zur Verfügung stellt. Da die Leitung bis zum nächsten Trafo des Stromversorgers länger ist, wie die Leitung zum Balkonkraftwerk zuerst genutzt. Sollte das nicht genügend zur Verfügung stellen, dann wird der Rest vom Netzbetreiber genommen.
Was passiert mit dem Strom den ich nicht verbrauche ?
Wenn Sie z.B. aktuell 500 Watt produzieren, aber selbst nur 200 benötigen, dann werden die restlichen 300 Watt ins Netz eingespeist. In der Regel fließt der Strom dann direkt zu ihrem Nachbarn, da auch sein Strom faul ist. Der Weg zu ihnen ist kürzer, wie zum nächsten Trafo. Der Strom muss dann nicht mehrere Kilometer bis zu ihrem Nachbarn fliesen, er kommt dann von ihnen.

Am besten sieht man, das ein Balkonkraftwerk funktioniert, wenn man auf dem Zähler schaut. Wäre dort noch ein alter Zähler mit rotierender Scheibe verbaut, würde die sich Rückwärts drehen. Die neuen Digitalen Zähler zeigen dagegen einen negativen Verbrauch an. In diesem Fall -159 W. Das bedeutet, das Balkonkraftwerk produziert aktuell 159 Watt mehr, wie aktuell benötigt wird. Diese 159 Watt werden also ins Netz eingespeist.
Sicherheit, ist Strom auf der Leitung, auch wenn die Sicherung aus ist ?
Nein, denn der Wechselrichter funktioniert nur, wenn er mit dem Netz verbunden ist. Er benötigt die Netzfrequenz von 50 Hz, damit er aus Gleichstrom Wechselstrom herstellen kann. Bei einem Stromausfall oder wenn Sie die Sicherung ausmachen, schaltet sich das Gerät innerhalb von 0,2 Sekunden ab. Da bedeutet auch, das sie bei einem Stromausfall auch bei strahlenden Sonnenschein, kein Strom produzieren. Das geht nur mit „Inselanlagen“ die nicht mit dem Netz verbunden sind. Inselanlagen werden meist in der Natur genutzt, z.B. beim Camping oder in einer Gartenlaube, die keinen Stromanschluss hat.
Eigenverbrauch = ausnutzen des selbst produzierten Stroms
Beim Balkon Solar bekommen Sie kein Geld für den Strom den sie ins Netz einspeisen. Hier geht es darum, den eigenen Stromverbrauch zu reduzieren. Je mehr sie vom selbst produzierten Strom sie selbst nutzen, um sie mehr können Sie sparen. Es bringt also nix, wenn sie 600 Watt in der Mittagszeit produzieren, und dann 500 Watt verschenken.
Wie optimiere ich den Eigenverbrauch
Das beste wäre natürlich, 100% des selbst produzierten Stroms selber zu verwenden. Bei normaler Nutzung mit einem Balkonkraftwerk werden sie über das Jahr gesehen, rund 25% selbst nutzen können. Das liegt in der Regel daran, das Mittags wenn die meisten Leute nicht zu hause sind, der meiste Strom produziert wird. Wenn man aber seine Nutzung etwas umstellt, sind Werte von 50% Eigenverbrauch möglich.
Wie geht das ?
Zuerst muss man verstehen, das Balkonkraftwerk produziert z.B. aktuell 500 Watt. Der Grundverbrauch ihres Hauses / Wohnung beträgt 150 Watt. Grundverbrauch bedeutet, das sind die Geräte die immer am Netz sind, wie der Kühlschrank, Gefrierschrank, Fritzbox, Multischalter usw. Diese Gräte laufen immer und brauchen jeder Stunde 150 Watt. Wenn die Sonne 8 Stunden scheint, dann deckt ihr Balkonkraftwerk die vollen 8 Stunden die 150 Watt ab. Die 8 Stunden würden Sie dann kein Strom aus dem Netz beziehen.
Und nun zum Optimieren
Wenn wir 150 Watt Grundverbrauch haben und 500 Watt produzieren, dann gehen 350 Watt ungenutzt ins Netz. Wenn man aber z.b. Sonntag Mittag um 13 Uhr die Waschmaschine benutzt, dann wächst die Maschine fast gratis ihre Wäsche. Nur wenn Sie das Wasser erwärmt z.B. auf 60 Grad, zieht sie für 15 Minuten mehr Strom wie die 350 Watt die noch frei sind. Schleudern und waschen kosten die dann nix. Wenn Sie dagegen 18 Uhr die Maschine starten, dann wird ihr Balkonkraftwerk nicht mehr genug produzieren. Handys, Akku Schrauber, oder Akku Rasenmäher kann man mittags laden, dann kostet sie das laden nichts.
Wichte Tipps zum Thema Eigenverbauch
- Waschmaschine möglist nutzen, wenn die Sonne scheint
- selbiges beim Geschirrspüler, aber niemals beides gleichzeitig, da sie dann mehr verbrauchen wie die Anlage produziert
- laden Sie Handys und Tablets tagsüber, dann ist es umsonst
- lernen Sie den Verbrauch ihrer Geräte kennen, um die Nutzung zu optimieren
- eine Poolpumpe die 8h täglich läuft, ist mit Solarstrom sehr günstig
Automatisieren = viel Geld sparen

Es gibt so schöne Wlan Steckdosen, wenn man diese zwischen das Balkonkraftwerk schaltet, dann kann man zum einen Live sehen wie viel das Kraftwerk produziert. Zum anderen kann man in der App andere Steckdosen programmieren. Wenn z.B. mehr als 300 Watt über 10 Minuten produziert werden, dann kann man eine weitere Steckdose automatisch anschalten, die dann z.b. Akkus lädt. Oder es gibt Infrarot Heizkörper, in verschiedenen Größen die dann entweder 200, 300, 500, 750 … Wh verbrauchen. Sobald die Anlage 400 Watt produziert dann kann z.b. im Frühjahr damit ein Zimmer erwärmt werden. Es gibt kleine Klima Anlagen, die 200 Wh verbrauchen. Gerade im Sommer wenn es so heiß ist, und das Balkonkraftwerk 7 Stunden 600 Wh produziert, kann man diese Energie nutzen, um die Wohnung zu kühlen.
Smarthome, alles in einem Blick
Mit einer Smarthome Steuerung wie z.B. IObroker können Sie das ganze noch weiter optimieren. Zum einen mist ein Sensor am Stromzähler, wie viel Strom gerade verbraucht wird. Sagt der Zähler z.b. der Verbrauch beträgt -300 Watt, dann werden gerade 300 Watt ins Netz eingespeist. Das wäre der richtige Zeitpunkt um z.b. automatisch den Luftentfeuchter im Keller zu starten. Oder die Poolpumpe, den Ventilator, die Klimaanlage, oder den Heizstab im Warmwasser Boiler.
Smarthome Überwachung des Verbrauchs
Wenn man einen Sensor an seinen Stromzähler anschließt, dann kann man rund um die Uhr seinen Stromverbrauch überwachen. Der Zähler unterscheidet ja zwischen Bezug aus dem Netz und Einspreisung ins Netz. An einem sonnigen Tag, kann dann sowas hier passieren.

In der Zeit von 7 Uhr bis kurz nach 20 Uhr, wurde kein Strom aus dem Netz bezogen. Das klappt aber nicht immer, dafür muss der Tag Wolken frei sein. Mit einem Stromspreicher von 3-5 KWh könnte man es theoretisch sogar schaffen, in dem Beispiel komplett ohne Bezug aus zukommen. Aber aktuell kostet ein 1 KWh Speicher noch mehr als 300 Euro. Das ist noch nicht rentabel. Um 5 KWh zu speichern müsste man 1500 Euro ausgeben, was wiederum einem Bezug von mehr als 3000 KWh entsprechen würde. Ab einem Preis von 100 Euro pro 1 Kwh Speicher wäre die Sache aber interessant.
Wie man selbst den Stromverbrauch mit einem Sensor auswerten kann, dazu wird es demnächst einen extra Beitrag geben, der dann hier verlinkt wird.